Beibehaltungsgenehmigung

Bevor Sie die Beibehaltungsgenehmigung beantragen, sollten Sie sich vorab informieren, ob Sie sich für den Erwerb einer weiteren (für unsere Zwecke: kanadischen) Staatsbürgerschaft qualifizieren.

Achtung: Die Voraussetzungen für die Erteilung einer Beibehaltungsgenehmigung sind grundsätzlich wohnortunabhängig.

Also gerne weiterlesen, auch wenn Sie nicht in Kanada leben und die Beibehaltungsgenehmigung beantragen wollen!

Kanadische Staatsbürgerschaft

Nach der aktuellen Rechtslage (02/2020) können in Kanada lebende permanent residentsbei Vorliegen gewisser Voraussetzungen die kanadische Staatsbürgerschaft erwerben.

Unter anderem müssen sie in den letzten fünf Jahren vor der Antragstellung mindestens drei Jahre in Kanada gelebt haben.

Des Weiteren müssen Nachweise hinsichtlich der Steuererklärungspflicht sowie Sprachnachweise erbracht werden. Das Vorliegen dieser Voraussetzungen wird in einem ersten Schritt geprüft.

Auf der zweiten Stufe muss ein Staatsbürgerschaftstest erbracht werden, an den sich ein citizenship interviewanschließt.

Im dritten und letzten Schritt wird der Antragsteller zum Eidesschwur (“citizenship oath”) im Rahmen der “citizenship ceremony” eingeladen.

Zu Ende der “citizenship ceremony” erhält der Antragsteller das “citizenship certificate“.

Beibehaltungsgenehmigung beantragen

Vorab: Wer in der EU oder der Schweiz eine zweite Staatsangehörigkeit beantragt, kann seine deutsche Staatsangehörigkeit weiterhin behalten (Stand: 02/2020). Ansonsten gilt: Wer eine andere Staatsangehörigkeit erwirbt, verliert damit die deutsche (§ 25 Abs. 1 StAG).

Ähnliche Regeln gelten für österreichische Staatsbürger.

Um den Verlust der Staatsbürgerschaft zu vermeiden, ist die Beantragung einer Beibehaltungsgenehmigung erforderlich.

Voraussetzungen für die Erteilung der Beibehaltungsgenehmigung

Eine Beibehaltungsgenehmigung wird grundsätzlich nur erteilt, wenn der andere Staat eine mehrfache Staatsangehörigkeit zulässt.

Kanada akzeptiert die mehrfache Staatsbürgerschaft. Demnach besteht hier die Möglichkeit, nach Erwerb der kanadischen auch die deutsche Staatsangehörigkeit zu behalten.

Ihr Antrag auf Erteilung einer Beibehaltungsgenehmigung muss den Sachbearbeiter in zweierlei Hinsicht überzeugen:

1. Sie haben einen plausiblen Grund für den angestrebten Erwerb der kanadischen Staatsbürgerschaft.

2. Sie sind nach wie vor eng und dauerhaft an Deutschland gebunden.

Auf beiden Prüfebenen sollte vor allem durch wirtschaftliche Erwägungen überzeugt werden.

In einigen Fällen ist die berufliche Situation zu betrachten, die den Erwerb der fremden Staatsangehörigkeit mitunter nahelegt.

  • Welche Vorteile haben der  Erwerb der kanadischen sowie der Erhalt der deutschen Staatsbürgerschaft?
  • Welcher Natur sind die Nachteile, wenn auf einer der beiden Staatsbürgerschaften verzichtet wird?
  • Was ergibt die Gesamtbetrachtung, und welche Vor- bzw. Nachteile haben das ausschlaggebende Gewicht?

All dies sind Fragen, die sich der Sachbearbeiter stellen wird und die mit einem Blick in Ihre Akte bereits auf der Hand liegen sollten.

Als Faustregel gilt, dass vor allem Gründe ökonomischer, nicht ideeller Natur überzeugen.

Zeitpunkt der Antragstellung

Häufig wird dazu geraten, den Antrag auf Erteilung der Beibehaltungsgenehmigung vor Beantragung der ausländischen (kanadischen) Staatsbürgerschaft zu stellen.

Die Bearbeitungszeit für kanadische citizenship applications” durch “Immigration, Refugees and Citizenship Canada” (IRCC) beträgt momentan im Durchschnitt 12 Monate (Stand: 02/2020).

Die Bearbeitung des Antrags auf eine Beibehaltungsgenehmigung durch das Bundesverwaltungsamt (BVA) sollte in der Regel schneller gehen, kann im Extremfall allerdings auch bis zu einem Jahr dauern. Somit fällt der Zeitpunkt der Bescheidung beider Anträge häufig zusammen.

Es ist empfehlenswert, die Bearbeitungszeiten der Behörden (IRCC sowie BVA) zwecks Abstimmung beider Anträge stets im Auge zu behalten.

In aller Regel ist die Beantragung der Beibehaltungsgenehmigung vor Beantragung der kanadischen Staatsbürgerschaft allerdings sehr empfehlenswert.

Wann verliere ich die deutsche Staatsbürgerschaft?

Zwar ist es empfehlenswert, den Antrag auf Erteilung einer Beibehaltungsgenehmigung vor der Beantragung der Beibehaltungsgenehmigung zu stellen.

Der Verlust der deutschen Staatsbürgerschaft erfolgt allerdings erst in dem Moment, in dem die kanadische Staatsangehörigkeit in tatsächlicher Hinsicht erworben wurde, sofern der Antragsteller die Beibehaltungsgenehmigung nicht persönlich erhalten hat.

Der Erwerb der kanadischen Staatsangehörigkeit ist der Moment, in dem der “citizenship oath” im Rahmen der kanadischen citizenship ceremonyabgelegt wird.

Mit anderen Worten: solange der Eid nicht geschworen wurde, kann man die deutsche Staatsangehörigkeit nicht verlieren.

Schwören Sie also bitte niemals den “citizenship oath”, bevor Sie die Genehmigung zur Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit abgeholt haben bzw. diese Ihnen erfolgreich zugestellt wurde. Dies gilt auch dann, wenn Sie bereits informell (per E-mail, telefonisch oder schriftlich) über den positiven Ausgang des Verfahrens informiert wurden!

Antragstellung in Kanada

Sofern Sie die Beibehaltungsgenehmigung beantragen, kann der Antrag grundsätzlich formlos gestellt werden. Wird der Antrag in Kanada gestellt, hat die Antragstellung bei der deutschen Auslandsvertretung in Toronto zu erfolgen.

Falls Sie Fragen zur Beibehaltungsgenehmigung haben oder eine Vertretung im Rahmen Ihrer Stellung des Antrags auf Erteilung der Beibehaltungsgenehmigung wünschen, kontakieren Sie uns noch heute für eine Beratung!

Achtung: Wir vertreten auch nicht in Kanada wohnhafte Kunden!


Avenue Canada ist eine in Montreal ansässige Immigration Consultant Firm. Wir sind außerdem gemäß §1 Abs. 1 Auswandererschutzgesetz dazu befugt, Sie zum Auswandern nach Kanada und zu kanadischen Visumsangelegenheiten zu beraten. Wir somit sind auf jeder Etappe Ihres Weges Ihr Ansprechpartner.

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